Heute ist es also soweit: Uli Hoeneß wechselt nach dreißig Dienstjahren vom Manager- auf den Präsidentenstuhl des FC Bayern München und übergibt die Amtsgeschäfte im sportlichen Bereich von Deutschlands erfolgreichsten Fußballclub vollständig an seinen Nachfolger Christian Nerlinger.
Die Bundesliga-Stadien werden um einen Schlachtruf ärmer werden – “Hoeneß Du Arschloch!” hallte es oft durch die Arenen, wenn Hoeneß mit seinem FC Bayern zu Gast war. Wie kein Zweiter polarisierte der gebürtige Schwabe während seiner Zeit als Bayern-Manager die deutsche Fußball-Welt. Nicht selten kaufte der Metzgers-Sohn aus Ulm der Konkurrenz die besten Spieler weg, was ihm bei den gegnerischen Fans alles andere als Beliebtheit einbrachte.
Auch vor den eigenen Fans machte Hoeneß dabei nicht Halt. Unvergessen seine Wutrede bei der der Jahreshauptversammlung im November 2007. Fans hatte die Stimmung in der Allianz-Arena als ziemlich bescheiden beschrieben. Hoeneß Antwort, für die er sich später im Ansatz entschuldigte, klang wie folgt:
Auch die privaten Scharmützel mit Trainer Christoph Daum, dessen Kokain-Affäre Hoeneß im Jahr 2000 ins Rollen brachte, oder Werder-Bremen-Manager Willi Lemke nahm Fußball-Deutschland Hoeneß lange Übel. Aber eines war Hoeneß, der 1979 seine Spielerkarriere im Alter von 27 Jahren beenden musste und anschließend den Manager-Posten von Robert Schwan übernahm, immer: ehrlich, geradeaus und ausgestattet mit einer großen sozialen Ader. Den FC Bayern machte er von einem verschuldeten Verein zu einem florierenden Wirtschaftsunternehmen, das heute Reinerlöse von 300 Millionen Euro per Anno einstreicht.
Er wird es etwas ruhiger angehen lassen der “wilde Uli”, wenn er das Präsidentenamt von Franz Beckenbauer übernimmt, der zum Ehrenpräsidenten aufsteigt. Doch wenn etwas zu sagen ist, wird er das ganz sicher tun – egal ob aus dem Manager- oder dem Präsidentenstuhl an der Säbener Straße in München. In diesem Sinne: Servus Uli Hoeneß – ein Stück Bundesligageschichte verläßt die Stadien.