Am Ende waren alle vorher geäußerten Treueschwüre hinfällig: Markus Babbel ist seit Sonntag nicht mehr Trainer des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. Den Club, den der gebürtige Münchner vor knapp einem halben Jahr noch von Rang elf in die UEFA-Champions-League führte.
Nach acht Bundesligaspielen ohne Sieg brachte das Unentschieden gegen den Mit-Nichtabstiegs-Konkurrenten VfL Bochum das Faß zum Überlaufen. Nach 378 Tagen Armtszeit trennten sich der Verein für Bewegungsspiele von 1893 und der Europameister von 1996 am Sonntagabend. Mit dem 55-jährigen Schweizer Christian Gross ist bereits ein Nachfolger für den ehemaligen Verteidiger gefunden.
Ein “Gutes” hat die Trennung für den Trainer-Novizen Babbel immerhin: er kann sich in aller Ruhe seiner Fußballerlehrer-Ausbildung in Köln widmen, die er bis dato parallel zum Traineramt bei den Schwaben absolvierte – eine Dauerbelastung, die Babbel vielleicht zum Verhängnis wurde. Auch die enge Freundschaft zu VfB-Sportdirektor Horst Heldt konnten Babbel am Ende nicht mehr im Amt halten.
Vor Babbel hatten in dieser Saisonbereits Marcel Koller (VfL Bochum), Dieter Hecking (Hannover 96) und Lucien Favre (Hertha BSC Berlin ihren Trainerstuhl räumen müssen – insgesamt die 319. Trainerentlassung der Bundesliga-Geschichte.