Sebastian Vettel ist der jüngste Formel-1-Weltmeister der Geschichte – es gibt wohl keinen besseren Anlass, diesen Blog mal wieder mit etwas Leben zu füllen.
Zwar fuhr der aus dem südhessischen Heppenheim stammende Vettel beim Abschluss-Grand-Prix als Erster über den Zielstrich in Abu Dhabi, doch Gewissheit über den zweiten deutschen Weltmeister nach Michael Schuhmacher gab es erst, nachdem die Briten Lewis Hamilton und Jenson Button sowie der Wiesbadener Nico Rosberg das Ziel des Emirats am Persischen Golf passiert hatten.
Der bis dato führende Spanier Fernando Alonso, dem ein vierter Platz zu seinem dritten WM-Titel nach 2005 und 2006 gereicht hätte, erreichte nach 55 Runden als Siebter das Ziel – der fast sicher geglaubte WM-Traum war im letzten Moment geplatzt und Vettel mit 23 Jahren der jüngste Titelträger in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse.
Fünf Saisonsiege konnte Red-Bull-Pilot Vettel nach einem etwas holprigen Saisonstart letztlich auf der Habenseite verbuchen, ohne nur einmal an der Spitze der Fahrerwertung zu stehen – bis nach dem Rennen in Abu Dhabi. Den Titel in der Konstrukteurswertung hatte der vom österreichischen Energy-Drink-Hersteller Red Bull gesponserte Vettel-Rennstall schon am vorletzten Renntag in Sao Paulo klar gemacht.
“Der Start war natürlich entscheidend: Lewis [Hamilton, die Red.] kam etwas näher ran. Und dann war es nur noch ein Traum”, sprach ein sichtlicht gerührter Sieger Vettel im Anschluss in die TV-Kameras. “Ich wusste überhaupt nicht genau, wie es steht bis zur letzten Runde.” Ungewollte Schützenhilfe bekam Vettel von Alonsos Ferrari-Rennstall, der sich lieber am australischen WM-Zweitplatzierten und Vettel-Teamkollegen Mark Webber als dem von der Pole Position startenden Heppenheimer orientierte.
So durfte sich Vettel nach einigen sicherlich nervenaufreibenden Sekunden des Wartens nach der Zieldurchfahrt Rosbergs über den achten WM-Triumph eines deutschen Fahrers in der Geschichte der Formel-1 freuen. Für die sieben vorherigen Titel hatte allesamt Michael Schumacher gesorgt, der in seinem Comeback-Jahr lediglich zu einer Randerscheinung wurde und auch in Abu Dhabi bereits in der ersten Runde nach einem Unfall aus seinem Mercedes GP steigen musste. Im nächsten Jahr will der 41-jährige Kerpener wieder konkurrenzfähiger im Konzert der Großen mitmischen, zu denen seit Abu Dhabi endgültig auch Sebastian Vettel von der südhessischen Bergstraße zählt.

