Tür zu, Tür auf – die Diskussion über die Transparenz der Sportausschuss-Sitzungen des Deutschen Bundestags geht weiter. Nachdem vor wenigen Wochen die zehn Mitglieder der Regierungsfraktionen CDU/CSU und FDP die Öffentlichkeit nach mehr als sechs Jahren von den Sitzungen des Gremiums ausgeschlossen hatte, möchte die Opposition nur wieder vor den Augen und Ohren der Öffentlichkeit debattieren.
“Wir werden einen Antrag zur Geschäftsordnung stellen, dass der Ausschuss wieder öffentlich tagt”, wird Martin Gerster, sportpolitischer Sprecher der SPD, in der tagesaktuellen Presse zitiert. Die Abstimmung zum Auschluss von Journalisten, Bloggern und Interessierten deutscher Sportpolitik hatte CDU-Mann Klaus Riegert in die Wege geleitet. Ein “unfaire” Berichterstattung über die Sitzungen des Ausschusses will der Christdemokrat ausgemacht haben. Blogger und der Deutschlandfunk hatten unter anderem darüber berichtet, dass die Abgeordneten lieber sich mit Spielen auf ihrem iPad, als mit sportpolitisch relevanten Themen beschäftigen würden (dazu auch der Beitrag von Blogger Jens Weinreich).
“Ich kenne die Stichworte: Wir spielen am iPad, halten Nickerchen, schwänzen Sitzungen. Ich finde die Vorwürfe kindisch, ein paar einzelne Berichte haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Also haben wir mehrheitlich beschlossen, gemäß der Geschäftsordnung wieder nichtöffentlich zu tagen.” (Klaus Riegert im Interview von Zeit-Online vom 29.10.2011)
Am morgigen Mittwoch (9.11.2011) soll nunThomas Bach, oberster Vorsteher des Deutschen Olympischen Sport Bundes (DOSB), über Themen wie die deutschen Olympia-Bewerbung, den Glücksspielvertrag und den Anti-Doping-Kampf vor dem Sportausschuss berichten. Nach dem Willen der Opposition soll sich der DOSB-Obere aber auch zum Ausschluss von Journalisten und Öffentlichkeit äußern. Bislang hatte der DOSB lediglich verlauten lassen, man wolle sich nicht in die Angelegenheiten der Parlamentarier einmischen.
Es sei zu wünschen, dass sich die Herren Abgeordneten schnell wieder besinnen und ihre Pforten wieder öffnen, um den Sinn und Zweck des Ausschusses wieder gerecht zu werden. Nickerchen und iPad-Spielerein gehören aufgrund der hohen gesellschaftlichen Relevanz von Sport in der BRD sicherlich nicht dazu. In diesem Sinne: Sport frei und Tür auf!